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Konrad Feuerstein
"Wie jeder weiß, muss man Eric D. Clark liebhaben. Er selbst tut das schließlich auch. Dies ist sein erstes Soloalbum seit neun Jahren, denn hauptberuflich ist er JetSet-Disco-Diva, vielbeschäftigter Lebemann und Badewannen-Kapitän seines Privatuniversums. Verbissenes Arbeitsethos hat nämlich keinen Glam. Der supergemütliche, wunderbar einladende Album-Opener weist die Richtung – der Maestro erteilt der Menschheit universellen Ablass (»Sin is just a city in your heart«) und stellt seine beiden Lieblingsinstrumente vor: Das, das er am liebsten spielt, weil es so klingt wie seine umfassende Liebe für alle Wesen auf diesem Planeten sich anfühlt (Fender Rhodes); und das, an dem er sich am liebsten fotografieren lässt – gern auch als Wolfgang Amadeus gestylt, um seine Wunderkind-Sozialisation nicht unter den Tisch fallen zu lassen (Klavier). »E=dC²« ist eine bunt-gemischte Packung Krimskrams auf souveräner Discohouse-Basis, denn Eric D. Clark ist der Entgrenzteste von allen. Über den Dächern von Paris und hinter den Kulissen von Nizza mit Regenschirm tanzend, zaubert er am laufenden Band süffigen Luxus-Soul, Disko-klassizistische Oktavbässe und versonnene Meditationen über Ebony & Ivory aus Madame de Pompadours seidenbrokatbesetztem Klimperkasten. Seine Cozyness ist angeschrägt, seine Crazyness abgesmootht. Gelegentlich ragen rundgeglitschte Minimal-Zipfel, sleaze-housige Bounce-ismen oder launiges Country-Blues-Getröte ins Bild. Der sympathische Wahlberliner lässt alles ´rein und hält die scheindisparaten Enden mit jener Eigenschaft zusammen, die man noch der gespreiztesten Diva abverlangen kann: seinem überbordendem Charme. Super ist das eigentlich immer, außer manchmal, wenn´s nicht ganz so super ist (etwa die 80er-Produktion von »Something«). Anders als auf seinem weitgehend instrumentalen, Sampling-lastigen LoFi-House-Album »Fur Dancefloor« (1998 auf Ladomat) sieht EdC sich hier wieder als Sänger, Multiinstrumentalist und Ganzkörper-Popstar – wie seit den Tagen von Whirlpool Productions nicht mehr. Klar: Wenn er sich nicht gerade als Mozart (Pressefoto) oder Einstein (Albumtitel) inszeniert, dann am liebsten als Sly Stone. Denn Sly Stone ist genau wie Little Richard (oder Eric D. Clark): der Prince für Leute, die sonst schon alles haben. Clarks Art von beseeltem Spaßvergnügen passt ganz vorzüglich zum Schaeben-&-Voss-eigenen Firm-Label, das mit Acts wie Geiger und Popnoname im Vergleich zu den vielen anderen Kompakt-vertriebenen Post-Minimal-Klitschen immer schon eine Spur freigeistig-eklektischer und Jungs-verspielter ausgerichtet war.
Groove (Germany)
"Das erste exzentrische Album Fur Dancefloor des damaligen Whirlpool-Productions-Mitglieds liegt sieben Jahre zurück. Auf seinem zweiten E=DC2 lässt sich der Tausendsassa wieder genauso wenig festlegen, erscheint dabei aber deutlich kontrollierter. Los geht es mit der jazzigen R’n’B-Nummer „Sin“, die durch den relaxten Charme des locker Hingeworfenen besticht, der auch den Rest des Albums charakterisiert. Das gilt selbst für einen dunklen Stomper wie „Friendship“, der klingt, als hätte sich der legendäre Divine Styler mit Carl Craig zusammengetan. Das Promo-Sheet behauptet: „Every dance music trend we’ve survived in the past 25 years is represented here!“, und kommt der Wahrheit damit durchaus nahe. „Something“ könnte eine frühe Madonna-Nummer sein, „Creep“ hat einen verqueren Jack-Swing, „Legion“ knarzt mit allerhand Störgeräuschen, „DJ Song“ klingt wie Romanthony in einem besonders hypnotischen Moment, und „G-Moviemente“ lässt die Hochphase des so genannten Intelligent Techno wieder aufleben. Trotz all dieser Anklänge singt und produziert hier immer unverkennbar Eric D. Clark. Der verspulteste Moment kommt mit „Brothersisters“, auf dem Erics Bruder David V. Clark die Mundharmonika zu einem seltsamen Western-Blues-Stomp spielt."
Intro
"Einer der schillerndsten Vögel der hiesigen House- und Technoszene hat es also doch noch geschafft, sein Album herauszubringen. Seit Jahren ist der (neben Justus Köhncke und Hans Nieswandt) Mitbegründer der Whirlpool Productions umtriebig und stets omnipräsent. Erst letztes Jahr gelang ihm in Zusammenarbeit mit Dirk Leyers und Justus Köhncke eines der Housestücke des Jahres: die Hymne "An Ounce Of Memories". 18.09.2007 16:00 Eric D. Clark E=dC2 Firm Einer der schillerndsten Vögel der hiesigen House- und Technoszene hat es also doch noch geschafft, sein Album herauszubringen. Seit Jahren ist der (neben Justus Köhncke und Hans Nieswandt) Mitbegründer der Whirlpool Productions umtriebig und stets omnipräsent. Erst letztes Jahr gelang ihm in Zusammenarbeit mit Dirk Leyers und Justus Köhncke eines der Housestücke des Jahres: die Hymne "An Ounce Of Memories".
Nun also "E=dC2". Wie zu erwarten ist das Album ziemlich untypisch für das, was man gemeinhin als den Sound of Cologne kennt. Zwar gibt es noch vereinzelt Spuren von Minimal, im Vordergrund stehen aber Soul, R'n'B, Disco und jener pointiert findige Housesound, den man früher eher aus Chicago gewohnt war. Einlullender monotoner Gesang, dazu bratzige Beats mit Acid-Anleihen bei dem einen Song. Im nächsten Stück wirkt die Instrumentierung wieder sehr harmonisch, dafür ist der Gesang jetzt total irre beziehungsweise übersteuert. Streckenweise erinnert das ziemlich stark an den Cut-up-Soul von Jamie Lidell. Was ja nicht gerade die schlechteste Referenz ist. Dessen Album "Multiply" gilt schließlich zu Recht als Meisterwerk. Die letzten drei Stücke auf "E=dC2" schwächeln hingegen ein wenig, sind teilweise reine enervierende Soundcollagen. Drei schwächere Stücke auf einem Album mit vierzehn Songs: Ich finde, das kann man ihm nachsehen. Bleiben noch elf Stücke, zu denen man völlig exaltiert durch die Wohnung hüpft, so, als habe man einen Packen Knallfrösche in der Hose."
Boomkat.de
"Eric D. Clark has been known to rub shoulders with Justus Kohncke as part of Whirlpool Productions, and indeed the Californian native has established numerous connections to Germany over the years, even going so far as to move to Berlin and participate in the city's club scene, along the way hooking up with Martini Bros and Tiefschwarz for collaborations. Clearly at home as a frontman, on this solo album Eric not only takes to the mic but writes and produces all the tracks himself, filling the CD to capacity with soul-infused house music. The tone varies between slightly dark pieces like the comparatively minimal 'Friendship' through to the jaunty pop stylings of 'The Same Song' and the protracted 4/4 funk of 'The World'. You get the impression this guy would probably come up with a memorable live show, but on record you can't help but think that this is more a collection of tracks rather than a unified album narrative - something only exacerbated by the rag-tag collection of snippets and outtakes that's been inserted toward the end of the record."